Ein Winterspaziergang mit überraschenden Begegnungen
- Sabrina Schulz
- 10. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 11. Dez. 2025

Heute hat es mich einfach nach draußen gerufen. Kurz nach dem Aufstehen, einfach direkt raus. Es ist ein sehr milder Tag im Dezember und ich mache mich mit meinem Fernglas los, um einfach das draußen sein zu genießen. Schon höre ich den ersten Buntspecht klopfen und sehe die ersten flinken Kohlmeisen fliegen.
Ich mach mich auf den Weg zu meinem auserwählten Baum und geh mit ihm in Verbindung - das letzte mal ich lange her - es fühlt sich so willkommen an. Bäume haben einfach eine wunderbare Präsenz, auch wenn ihre Sprache langsamer ist als die unsere können wir uns spüren. In der Verbindung stelle ich mir vor, wie alles was mir grad nicht gut tut einfach durch mich in den Boden abließen kann - Bäume und der Boden haben die Fähigkeit alles zu wandeln und so fühlt es sich an.
Bevor ich gehe beobachte ich noch eine Ameise - ganz allein krabbelt sie den Stamm entlang.
Wann bist du das letzte mal mit einem Baum in Kontakt gewesen?
Unerwartet nahe Begegnung
Als ich weiter die Wiese an der Saale lang schleiche raschelt es plötzlich im trockenen hohen Gras - meine Bewegung friert ein und ich schaue gespannt. Es kommt grob in meine Richtung auf mich zu und plötzlich springt es an einem Baum hoch. Ein kleines rotes Eichhörnchen. Ich bin ganz ergriffen und kann mein Glück kaum fassen - so nah war ich noch nie dran. Ca. 3-4 Meter entfernt schlängelt es sich um einen Baum und schaut in meine Richtung und ich stehe wie angewurzelt. Ich beobachte wie es weiter springt, zum Boden und zum nächsten Baum und zwischendurch immer wieder kurz innehält und sich umschaut. Ich bleibe still und drehe mich nur vorsichtig mit den ganzen Körper mit, um es nicht aus dem Blickfeld zu verlieren. Einfach eine magische Momente.
Wie achtsam gehst du durch die Welt und was war deine letzte tierische Begegnung?

Kormoran im Doppelpack
Noch ganz bezaubert laufe ich weiter und erspähe am anderen Ufer auf den Baum einen Kormoran, welcher sich gerade auf einem Baum niederlässt. Langsam pirsche ich mich an, leise und hinterm Baum versteckt. Ein passender Ast ermöglicht mir bequem zu stehen und entspannt mein Fernglas abzulegen - so kann ich ruhig beobachten. Er putzt sich und ich bin begeistert von seinem beweglichen Hals, mit welchem er nahezu überall hin kommt. Nach dem ausgiebigen Selbstreinigung fliegt er den Fluss entlang hinweg.
Gerade will ich weiter landet wieder ein Kormoran, diesmal direkt im Baum über mir. Noch näher. Ich beobachte auch diesen, er klammert sich mit seinen Füßen an einem schwankenden Ast schüttelt seinen schweif und spannt seine Flügel so halb auf und lässt seinen Körper vom Wind umströmen. Ich beobachte ihn eine Weile, bis mein Nacken es nicht mehr her gibt und wende mich wieder meinem Spaziergang zu und schleiche mich davon.
Ich laufe den Weg weiter am Wiesenrand entlang und genieße den sanften Wind in meinem Gesicht. An einer anderen stelle lasse ich mich ins Gras sinken auf meine Sitzunterlage und liege eine Weile einfach nur da. Wie schön hier draußen, einfach nur sein, atmen und wahrnehmen.
Wann hast du dir zuletzt einen Moment genommen, um einfach mal zu sein?
Es gibt auch unerfreuliche Begegnungen
Auf dem Heimweg entdecke ich noch einige Tierpfade und sammle wieder einigen Müll auf, den Menschen hier in der Gegend so häufig achtlos in die Umwelt werfen oder fallen lassen. Das frustriert mich und macht mich irgendwie auch wütend. Ich frage mich öfters, wie ich diesem Menschen näher bringen kann, dass Müll hier nicht hin gehört. Manchmal stelle ich mir vor, das bei den Betroffenen einfach jemand in die Wohnung / Zimmer kommt und Müll ablädt und frag mich wie sie sich dann fühlen würden? 🧐 So geht es nämlichen den Tieren und Pflanzen, wir sind nur zu Gäste.

Flechten - leuchtend grüne Kunstwerke
Auf den dunklen von braunen Blättern bedeckten Boden sehe ich grüne Schätze leuchten. Flechten - was für kleine Kunstwerke der Natur. Ich bin inspiriert und möchte experimentieren - möchte Schmuck und Kunst damit gestalten. Mal sehen was aus dieser Inspiration entstehen kann.
Daheim angekommen bin ich mir selbst dankbar, das ich mir dir Zeit heute genommen habe, um mal wieder intensiver einfach nur absichtslos in der Natur zu sein.
Wann hast du dir das letzte mal einen Moment des Seins in der Natur gegönnt?
Schenk dir einen Moment
Vllt schenkst du dir jetzt einen kurzen Augenblick des Innehaltens und atmest 3 mal ein und langsamer wieder aus. Spüre deinen Kontakt zum Boden, fühlt kurz in dich hinein wie es dir gerade geht und was du bewusst wahrnehmen kannst. Lass es wirken und genieße einen Moment die Stille und dein sein.
Eine kleine Aufmerksamkeitsübung du gern öfters am Tag machen kannst und dich zu erden.
Ich wünsche dir einen wundervollen Tag.




